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Oralchirurgie

Die Oralchirurgie ist ein Teilgebiet der Zahnmedizin und umfasst wie die Kieferchirurgie die zahnärztliche Chirurgie: Weisheitszahn- und Zystenentfernungen, Wurzelspitzenresektionen, Abzesseröffnungen etc. Um sich Oralchirurg nennen zu dürfen, hat man als approbierter Zahnarzt eine vierjährige hauptberufliche Facharztweiterbildung in einer Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie absolviert.

Weisheitszähne

Weisheitszähne sind die hintersten Backenzähne an jeder Seite des Kiefers. Sie sind die letzten Zähne, die durchbrechen, üblicherweise im Alter von 16-19 Jahren.

Warum werden Weisheitszähne entfernt?

Bei etwa 80 % der Bevölkerung reicht der Platz im Kiefer für die Weisheitszähne nicht aus, so dass diese im Kiefer eingeschlossen bleiben oder nur teilweise durchbrechen. Dies kann zu Schwellungen, Schmerzen und Entzündungen führen. Außerdem können Weisheitszähne benachbarte Zähne beschädigen oder verschieben. In seltenen Fällen kann aus dem Umgebungsgewebe des Weisheitszahns eine Zyste, gutartige oder bösartige Tumore entstehen.


In welchem Alter sollten Weisheitszähne entfernt werden?

Die Entwicklung der Weisheitszähne ist häufig erst im Erwachsenenalter abgeschlossen. Da die Weisheitszähne vor dem Alter von 20 Jahren weniger stark entwickelte Wurzeln haben und mit weniger Komplikationen entfernt werden können, sollte zwischen 16 und 19 Jahren geprüft werden, ob sich die Weisheitszähne einordnen oder ihre Entfernung ratsam ist.


Wie viele Weisheitszähne soll ich auf einmal entfernen lassen?

Wenn alle 4 Weisheitszähne entfernt werden sollen, empfehlen wir die Entfernung von zwei Weisheitszähnen auf einer Seite an einem Termin und zwei an einem anderen Termin. Dies verkürzt den Eingriff und hat den Vorteil, dass Sie jeweils auf einer Seite kauen können. Man kann auch alle 4 Weisheitszähne in einer Sitzung entfernen, so dass für Sie eine weitere Operation entfällt.


Wenn die Weisheitszähne raus müssen - ein Patient erzählt



Wurzelspitzenresektion

Wurzelbehandelte Zähne können leicht Entzündungen entwickeln. Bei der Wurzelspitzenresektion wird die entzündete Wurzelspitze operativ entfernt, der Wurzelkanal gereinigt und anschließend versiegelt.

Warum brauche ich eine Wurzelspitzenresektion?

Wurzelspitzenresektionen werden durchgeführt, wenn Zähne auch nach der Wurzelbehandlung noch Probleme bereiten. Ist die Wurzelspitze und der umgebende Knochen entzündet, ist eine Wurzelspitzenresektion nötig, um den Zahn erhalten zu können. Ansonsten müsste der Zahn entfernt werden.


Wie gefährlich ist eine Entzündung der Zahnwurzel?

Zahnwurzelentzündungen können Abszesse (umkapselte Eiteransammlungen) oder Zysten ausbilden. Des Weiteren können sie zur dauerhaften Entzündung des Kieferknochens führen und ihn damit zerstören. Die Bakterien der Zahnwurzelentzündung können streuen und auf Allgemeinerkrankungen des Körpers wirken.


Ist eine Wurzelspitzenresektion schmerzhaft?

Die Wurzelspitzenresektion wird unter örtlicher Betäubung schmerzfrei durchgeführt. Nach der Operation kann eine leichte Schwellung auftreten, die Sie gut kühlen sollten. Wundschmerzen lassen sich mit den verordneten Schmerzmitteln gut ausschalten.


Ein Patient berichtet von seiner Wurzelspitzenresektion



Zahnentfernung

Wenn ein Zahn sehr locker ist oder starke Schmerzen verursacht, kann dies ein Hinweis sein, dass der Zahn entfernt werden muss. Dies kann vielfältige Gründe haben, z.B.:

  • eine Karies ist sehr weit fortgeschritten
  • ein Zahn bereitet nach einer Wurzelbehandlung / Wurzelspitzenresektion immer noch Schmerzen
  • ein Zahn ist (z.B. durch einen Unfall) ungünstig gebrochen
  • im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung bei Platzmangel
  • Schädigung des Zahnhalteapparates durch Parodontitis
  • nicht vollständig durchgebrochene oder erschwert durchbrechende Zähne
  • Tumore und Zyste

Wenn ein Zahn entfernt werden soll, ist die Schädigung in der Regel so stark fortgeschritten, dass eine andere Therapie nicht mehr sinnvoll ist. Vor einer Zahnentfernung wird ein Röntgenbild gemacht, um die Länge, Form und Position des Zahnes und des umgebenden Knochens zu bestimmen.

Ein Zahn muss extrahiert werden - eine Patientientenstimme



Zysten und Tumore

Zysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die durch entzündete Wurzeln oder verlagerte Zähne entstehen. Da sie wachsen, können sie Zähne oder Nerven schädigen und müssen entfernt werden. Im Rahmen der Krebsfrüherkennung in unserer Praxis können Tumore entdeckt werden. Bei einem auffälligen Befund schicken wir eine Probe zur Untersuchung an ein Zentrum für Oralpathologie.

Kieferorthopädische Chirurgie

Im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung von Jugendlichen und Erwachsen kann ein kleiner oralchirurgischer Eingriff notwendig sein. Dazu gehören:

  • Korrektur von Lippen- oder Zungenbändchen
  • Freilegung von verlagerten Zähnen, um diese wieder in die richtige Position zu bringen
  • Zahnextraktion z.B. bei ausgeprägtem Platzmangel

Ein Therapieplan wird natürlich in enger Zusammenarbeit mit den behandelnden Kieferorthopäden erstellt.

Kiefergelenkbeschwerden

Viele Menschen arbeiten nachts mit den Zähnen. Ursachen sind häufig Stress oder seelische Belastungen, aber auch Zahnfehlstellungen, Fehlkontakte der Zähne oder nicht gut sitzender Zahnersatz können zu Zähneknirschen führen. Die Folge sind Verspannungen der Kau-, Schulter- und Nackenmuskulatur oder Kopfschmerzen.

Um die Ursache des Zähneknirschens herauszufinden, führen wir zunächst eine Funktionsanalyse Ihres Gebisses durch. Dann wird entschieden, ob Sie z.B. eine Aufbissschiene oder Physiotherapie benötigen. Wir zeigen Ihnen auch, wie Sie diese Verspannungen durch Massageübungen behandeln können.

Laserbehandlungen

In der Mundhöhle befinden sich über 500 Bakterien und Pilze, die sich üblicherweise in einem guten Gleichgewicht befinden und als Bestandteil des Verdauungssystems z.B. Speisereste zersetzen. Je nach Gesundheitszustand, dem Zustand des Zahnsystems und der durchgeführten Behandlung kann es jedoch zu Infektionen kommen, bei denen die krankheitserregenden Bakterien überwiegen und diese das natürliche Gleichgewicht zerstören. Infektionen im Mund werden üblicherweise mit Antibiotika oder desinfizierenden Mundspüllösungen behandelt, die jedoch unerwünschte Nebenwirkungen haben können. Die Anwendung von Antibiotika wirkt auf den gesamten Körper, obwohl bei der oralen Infektion nur ein relativ kleiner Teil des Körpers betroffen ist. Desinfizierende Spüllösungen hingegen reichen bei stärkeren Infektionen häufig nicht aus, sondern wirken nur oberflächlich und erfordern dann weitere Eingriffe.

Hier setzt die Behandlung mit Laser sanft, sicher und schmerzfrei an: Mit Farbstoff und Laserlicht ist sie eine rein lokale Therapie zur Zerstörung der entzündungsverursachenden Bakterien sowie Pilzen und hat vor allem keine negativen Nebenwirkungen. Die Behandlung erfolgt in drei Schritten:

  1. Die betroffenen infizierten Stellen werden nach ein einer vorherigen Reinigung mit einer blauen Farbstofflösung überzogen.
  2. Die Farbstofflösung wird durch eine anschließende Belichtung mit einem sanften Laser aktiviert.
  3. Durch die Kombination aus lichtaktiver Farbstofflösung und Laserlicht entsteht hoch reaktiver Sauerstoff, der zur Zerstörung der Bakterien und Pilzen führt.

In der Folge gelingt es Ihrem Körper, wieder ein natürliches und gesundes Gleichgewicht herzustellen. Studien belegen, dasss das Laserlicht zusätzlich schmerzlindernd und wundheilungsfördernd wirkt.

Die Vorteile der Laserbehandlung:

  • Schmerzfrei: Bei der Lasertherapie wird ein Laser mit niedriger Energie verwendet. Das Laserlicht hat eine schmerzlindernde Wirkung.
  • Erfolgreich: Je nach Indikation klingt die Entzündung bereits mit einer oder wenigen Behandlungen ab.
  • Gesund: Die Lasertherapie beschleinigt die Wundheilung.
  • Schnell: Die Behandlung eines Zahns oder Einzelbereichs dauert nur wenige Minuten.
  • Wirksam: Im Gegensatz zu Spüllösungen erreicht die Lasertherapie auch schwer zu behandelnde Bereiche.
  • Erprobt: Mehr als 50 wissenschaftliche Veröffentlichungen belegen die Wirkung.

Behandlungsmöglichkeiten

Entzündung am Implantat (Periimplantitis)/Zahnbettentzündungen (Parodontitis)

Ein durch Bakterien infiziertes und entzündetes Zahnbett bildet sich stetig zurück. Mit der Zeit verlieren die Implantate oder Zähne ihren Halt. Die Folge: Das Implantat oder der natürliche Zahn geht verloren.

So funktioniert die Laserbehandlung:

  1. professionelle Implantat-/Zahnreinigung
  2. Applikation der Farbstofflösung in die Tasche
  3. Aussülen der übrschüssigen Farbstofflösung
  4. Belichten mit sanftem Laserlicht führt zur Bakterienzerstörung

 


Zahnwurzelentzündung (Endodontitis)

Ein infizierter Zahnnerv schmerz extrem und kann im weiteren Verlauf der Entzündung den Knochen angreifen. Der Zahn wird druckempfindlich und lockert sich, im schlimmsten Fall muss der Zahn sogar gezogen werden.

So funktioniert die Laserbehandlung:

  1. Reinigen des Wurzelkanals
  2. Applikation der Farbstofflösung in den Wurzelkanal
  3. Ausspülen der überschüssigen Farbstofflösung
  4. Belichten mit sanftem Laserlicht führt zur Bakterienzerstörung


Zahnmedizinische Chirurgie/Wundheilungsstörungen

Bei einer Extraktion entfernt Ihr Chirurg die nicht erhaltungswürdigen Zähne. In der Regel liegt dabei eine Entzündung am und im Knochen und somit eine bakterielle Besiedlung des verbleibenden Zahnfachs vor, was zu Wundheilungsstörungen führen kann.

Ist nach längerem Fehlen der Zähne eine Operation zum Wiederaufbau des Kieferknochens notwendig, kann es bei solchen Operationen am Kiefer oder auch bei verschiedenen Allgemeinerkrankungen mit entsprechender Medikation zu Wundinfektionen kommen.


Quelle: Helbo-Patientenbroschüre